Warum ich trauma-informierte Atemtherapie für Frauen anbiete.
Ich bin, wie viele meiner Klientinnen, die Tochter von Eltern und Großeltern, die, wie der Großteil unserer Gesellschaft, persönliche und kollektive Traumata erlebt haben. Ich bin, wie meine Klientinnen, eine Frau, die aufgrund dieser weitergegebenen Traumata in ihrem Leben gekämpft hat. Gekämpft mit mir selbst, den inneren Kritikern in mir, die oft seit Generationen Ähnliches in den Köpfen der Frauen in meiner Ahnenlinie flüstern oder gar schreien. Ich habe mit mir gekämpft und mit meinem Selbstwert. Habe oft so vieles in meinen Beziehungen zu Familie, Freund:innen und in Partnerschaften einfach nicht verstanden. Habe gefühlt alles gegeben, um die Dinge besser zu machen, und war am Ende ausgebrannt, weil ich keine ausgeglichene Balance zwischen Verständnis für mich und Verständnis für andere finden konnte, weil ich keine langfristige Lösung gefunden habe.
All dieser innere Trubel hat sich auch physisch in meinem Körper widergespiegelt. Schon als Kind hatte ich, wie viele andere Frauen mit Traumaerfahrung, Allergien, Neurodermitis, war schüchtern, hätte mehr Nähe gebraucht, als meine Eltern fähig waren zu geben. Und weil ich keine Lösung wusste und das Reden und Versuchen, etwas zu klären, nicht fruchtete, begann ich irgendwann, meine Gefühle zu unterdrücken. Anfang meiner 20er wurde ich dann, auch als Resultat der unterdrückten Gefühle mit verschiedenen Autoimmunerkrankungen diagnostiziert: Rheumatoide Arthritis, Verdacht auf Multiple Sklerose, Chronisches Fatigue-Syndrom, anfänglicher Lichen Sclerosus.
Ich war nun nicht nur emotional am Ende, auch mein Körper machte schlapp, und ich verbrachte Jahre damit, mich immer wieder für mich zu entscheiden und nicht aufzugeben.
Ich bin studierte Osteopathin, habe vier Jahre in Vollzeit für meinen B.Sc. tagtäglich gelernt, wie der Körper funktioniert. Nicht nur die physische osteopathische Seite, sondern auch die medizinische Seite und damit, wie genau die Prozesse unserer Organe und Zellen in Zusammenarbeit miteinander ablaufen. Nebenbei habe ich die Heilpraktikerprüfung abgelegt, die für Absolventen meines Studiengangs meist ein Klacks ist, weil unser Wissen meilenweit über den Anforderungen liegt. Man würde meinen, ich war in ganzheitlicher Heilung bestens ausgebildet. Doch langfristig halfen mir keine der mir bekannten Methoden.
Auch ich war, wie viele meiner Klientinnen, mehrere Jahre in Psychotherapie. Das hat mir zwar geholfen, doch es beendete nicht das ständige innere Kämpfen oder die dynamischen Beziehungsstrukturen, die sich oft wie ein verzweifelter Versuch zu überleben anfühlten.
Dann sind zwei große Ereignisse in meinem Leben passiert:
Ich fand Meditation und Breathwork. Am Anfang meditierte ich im Liegen - dafür längere Zeit zu sitzen reichte meine Kraft nicht aus. Ich erinnere mich noch genau an meine erste 45 minütige Meditation im Sitzen. Ich kämpfe - aber diesmal für mich, nicht mit mir - und merkte in den darauffolgenden Monaten wie kraftvoll mein Wille ist. Innerhalb weniger Wochen meditierte ich täglich eine Stunde im Sitzen, lernte mit meinem Atem zu arbeiten und fand in einer Community für Meditation Hoffnung auf Heilung die mich so unterstütze, dass ich innerhalb eines Jahres keine Anzeichen der vorherigen Autoimmunerkrankungen mehr zeigte.
Meine Ärzte waren positiv schockiert.
Ich begann als Osteopathin mit der Spezialisierung auf Frauenheilkunde und Behandlung von Säuglingen zu arbeiten und folgte damit einer Richtung in der ich bereits seit meinem 15 Lebensjahr gearbeitet habe.
Dort erkannte ich fast zeitgleich wie viele Frauen in meiner Praxis und in meinem persönlichen Umfeld mit ähnlichen Dingen kämpften wie ich: wie sie sich klein machten, Probleme hatten ihre eigenen Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen, geschweige denn auszusprechen oder Grenzen zu setzen und wie viele Frauen körperlich manifestiertes emotionales Trauma in sich herumtragen. Ich erlebte einen für mich bis heute magischen Moment, in dem ich verstand, worauf ich einen Großteil meines Lebens fokussieren möchte:
Eine meiner Patientinnen und ich waren tief in der osteopathischen Behandlung ihres Zwerchfells, als spürbar wurde wie sehr ein sehr junger Anteil in ihr durch die Arbeit an diesem spezifischen Teil ihres Körpers aktiviert wurde. Ich leitete sie an tief zu atmen und blieb mit ihr vollkommen präsent, bestärkte sie, sagte ihr, wenn Tränen aufkommen ist das ok, all die Gefühle dürfen hier sein. Und diese wunderbare Frau entschied sich dafür nicht länger zu unterdrücken was in ihr rumorte und ihr den Atem zuschnürte. Sie liess los, atmete tief, schluchzte Tränen fliessend, und liess diesen jüngeren Anteil in ihr die Aufmerksamkeit und Nähe erfahren, die früher in ihrem Leben gefehlt hatte.
Vertrauensvolle Beziehungen öffnen Tore zu Heilung.
Später teilte sie mit mir, dass dieses intensive Loslassen für sie nur möglich war, weil sie mir vertraute und wusste es ist sicher für sie von mir unterstützt loszulassen. Sie teilte in den darauffolgenden Wochen mit mir, wie in ihrem täglichen Leben und in ihren Beziehungen und ihrem Selbstwert einiges deutlich leichter wurde. Sie konnte genau sagen, welche Erfahrung aus ihrer Kindheit ihr das Leben vorher schwer machten und unterbewusst ihr Verhalten steuerten, doch das war nun zum großen Teil durchbrochen und geheilt. Auch physisch war die deutlich veränderte und vertiefte Atmung sichtbar. Sie strahlte vor innerem Vertrauen.
Diese Erfahrung entfachte in meinem inneren eine Flamme und ich bemerkte in den darauffolgenden Jahren, dass das Gefühl sicheren Raum für die Heilung eines Menschen zu halten für mich ein natürlicher Teil meines Selbst ist, den ich mit anderen Menschen teilen will. Den zu teilen eine Ehre ist und etwas, dass ich mit zurück in unsere Gesellschaft bringen möchte. So häufig geht es verloren im akademischen Wirrwarr und verkopften Versuchen zu verstehen was, wie, warum ist. Die menschliche und persönliche Seite ist oft als unprofessionell abgestempelt. Sich verletzlich zu zeigen, manchmal kindlich, offen für Fürsorge und Nähe, verpönt - nicht stark.
In den auf diese Erfahrung folgenden Jahren, während meiner 2-jährigen Ausbildung und mittlerweile als Dozentin für andere trauma-informierte Atemtherapeut:innen, erkannte ich, dass genau dieses offen, verletzlich, zart und meinen Emotionen und Sensationen zugewandt sein, mir tiefe, geerdete innere Stärke gibt. Mich vom inneren Zerrissen sein und Überlebensmodus geheilt hat. Alle meine Beziehungen, allen voran, die mit mir selbst grundlegend verbessert hat. Dadurch mich in verletzlichen Momenten für Erleichterung und Heilung zu entscheiden, mich von den richtigen Menschen unterstützen zu lassen, meinem Atmen zu vertrauen und nicht aufzugeben, machte mich Schritt für Schritt zu meiner eigenen vertrautesten Ratgeberin und Heilerin, inmitten eines Netzwerkes an wundervollen Menschen auf ähnlichen Wegen.
Mit heilenden Frauen, heilt die Welt.
Ich biete trauma-informierte Atemtherapie für Frauen an, weil die Realität vieler Frauen von meiner Vision der geheilten, selbstwirksamen Frau noch weit entfernt ist. Wenn Frauen heilen, heilen nicht nur wenige Menschen isoliert für sich - es heilt unsere Gesellschaft. Frauen, die ihren Wert erkennen und für sich einstehen, heilen Kinderherzen, denn der Wert und die Bedeutsamkeit der Kinder in unserer Mitte wird zurück in den Fokus unserer Gemeinschaft geholt. Wenn Frauen heilen, heilt auch unsere Mutter Erde. Wenn Frauen heilen, heilen auch Männerherzen und der ständige kapitalistische Druck der auf vielen Rücken lastet.
Meine Mission ist es, mit euch gemeinsam die Welt zu heilen. Stück für Stück, Atmen für Atmen, Frau für Frau.
Ich freu mich auf jede einzelne von euch, die sich mit mir gemeinsam für diesen Weg der Heilung entscheidet und kann es kaum erwarten euch kennen zu lernen.